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Heilkräuter anbauen: 15 Pflanzen für die Hausapotheke
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Heilkräuter anbauen: 15 Pflanzen für die Hausapotheke

Heilkräuter aus dem eigenen Garten: 15 traditionelle Heilpflanzen mit Anbau, Ernte und Verwendung - plus die Sicherheitsregeln, die bei Bärlauch, Johanniskraut und Beinwell wirklich zählen.

Stand: 13. Juni 202612 Min
Kurzantwort

15 traditionelle Heilkräuter wie Kamille, Ringelblume, Salbei, Pfefferminze und Spitzwegerich lassen sich leicht im Garten ziehen und als Tee, Salbe oder Sirup nutzen. Drei Pflanzen brauchen besondere Vorsicht: Bärlauch (Verwechslungsgefahr), Johanniskraut (Wechselwirkungen) und Beinwell (nur äußerlich). Heilkräuter ergänzen, ersetzen aber keine ärztliche Behandlung.

Zuerst die Sicherheit

Heilkräuter sind nicht automatisch harmlos, weil sie aus dem eigenen Garten kommen. Drei Punkte sollte man kennen, bevor man loslegt - sie sind wichtiger als jede Anwendungstabelle:

  • Bärlauch nie ohne sichere Bestimmung sammeln. Er wird mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose verwechselt - bei der Herbstzeitlose kann schon ein Blatt tödlich sein (ÖKO-Test). Bärlauch riecht beim Zerreiben nach Knoblauch, die Giftpflanzen nicht.
  • Johanniskraut hat starke Wechselwirkungen. Es schwächt die Antibabypille, kann mit Antidepressiva ein gefährliches Serotonin-Syndrom auslösen und beeinflusst Gerinnungshemmer. Bei Medikamenteneinnahme nur nach Rücksprache.
  • Beinwell nur äußerlich. Seine Pyrrolizidinalkaloide sind leberschädlich - als Salbe auf unverletzter Haut und zeitlich begrenzt, niemals als Tee.

15 Heilkräuter für den Garten

PflanzeTraditionelle VerwendungAnbauForm
Kamilletraditionell beruhigend, entzündungshemmendsonnig, magerTee, Inhalation
Ringelblumetraditionell hautpflegendsonnig, nährstoffreichSalbe, Tee
Salbeitraditionell bei Halsbeschwerdensonnig, durchlässigTee, Gurgellösung
Pfefferminzetraditionell magenberuhigendfeucht, halbschattigTee, Öl
Spitzwegerichtraditionell bei Husten und Insektenstichenüberall, robustSirup, frische Auflage
Lavendeltraditionell beruhigendsonnig, trockenDuftsäckchen, Tee, Öl
Thymiantraditionell bei Hustensonnig, magerTee, Sirup, Inhalation
Zitronenmelissetraditionell beruhigendhalbschattigTee
Schafgarbetraditionell magenberuhigendsonnig, anspruchslosTee, Aufguss
Johanniskrauttraditionell stimmungsaufhellend - mit Wechselwirkungen!sonnigÖl, Tee (Vorsicht, siehe Sicherheit)
Brennnesseltraditionell entwässernd, nährstoffreichüberall (Wildkraut)Tee, wie Spinat gekocht
Beinwelltraditionell bei Prellungen - nur äußerlich!feuchter BodenSalbe, Auflage (nicht innerlich)
Frauenmanteltraditionell in der FrauenheilkundehalbschattigTee
Bärlauchwürzig, traditionell als Frühjahrskurhalbschattig, Waldbodenfrisch in Speisen (Verwechslungsgefahr!)
Hagebuttesehr vitamin-C-reichsonnigTee, Mus

Für den Einstieg eignen sich die unkomplizierten und unbedenklichen Klassiker: Kamille, Ringelblume, Pfefferminze, Salbei und Spitzwegerich wachsen leicht, sind vielseitig und bergen keine besonderen Risiken.

Ernte und Trocknen für die beste Wirkung

Wann und wie geerntet wird, entscheidet über den Wirkstoffgehalt. Am besten erntet man an einem trockenen Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist - dann ist der Anteil ätherischer Öle am höchsten. Blätter sammelt man meist kurz vor der Blüte, Blüten zu Beginn der Vollblüte, Wurzeln im Herbst. Anschließend wird luftig und schattig getrocknet, denn direkte Sonne zerstört die Wirkstoffe. Trocken und dunkel in geschlossenen Gläsern hält die Ernte etwa ein Jahr.

Die wichtigsten Verwendungsformen

AnwendungSo geht's
Tee (Aufguss)1 TL getrocknet je Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 8-10 Min ziehen lassen
Tinktur1 Teil Pflanze auf 3 Teile 40-%-Alkohol, 3-4 Wochen dunkel ziehen, abseihen
SalbePflanze in Öl ausziehen, mit Bienenwachs eindicken (etwa 3:1 Öl zu Wachs)
SirupPflanze mit Wasser und Zucker einkochen, abseihen, in sterile Flaschen füllen
Auflagefrische Blätter zerstoßen, auf ein Tuch geben, auf die Haut legen

Wo die Hausapotheke endet

Gartenheilkräuter sind für leichte Alltagsbeschwerden und als ergänzende Hausmittel gedacht - nicht mehr. Bei anhaltenden oder ernsten Beschwerden gehört ärztlicher Rat eingeholt. In Schwangerschaft und Stillzeit sind viele Kräuter ungeeignet, und auch bei Kindern und bei bekannten Allergien (etwa gegen Korbblütler wie Kamille und Schafgarbe) ist Vorsicht geboten. Im Zweifel klärt die Apotheke, ob ein Kraut zur eigenen Situation passt.

Häufige Fragen

Wie gefährlich ist die Verwechslung von Bärlauch?

Lebensgefährlich. Bärlauch wird leicht mit Maiglöckchen (giftig) und der Herbstzeitlose verwechselt - bei letzterer kann schon ein einziges Blatt tödlich sein. Sicherstes Erkennungsmerkmal: Bärlauch-Blätter riechen beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch, die Doppelgänger nicht. Aber Vorsicht, der Geruch haftet an den Fingern - bei jedem Blatt frisch prüfen. Wer unsicher ist, sammelt nicht.

Welche Wechselwirkungen hat Johanniskraut?

Erhebliche. Johanniskraut kann die Wirkung der Antibabypille herabsetzen (Durchbruchblutungen, ungewollte Schwangerschaft), mit Antidepressiva ein gefährliches Serotonin-Syndrom auslösen und die Wirkung von Gerinnungshemmern verändern. Außerdem macht es die Haut lichtempfindlich. Wer Medikamente nimmt, sollte Johanniskraut nur nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke anwenden.

Warum darf Beinwell nicht innerlich verwendet werden?

Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen können. Deshalb wird er ausschließlich äußerlich angewendet - als Salbe oder Auflage auf unverletzter Haut, und auch das nur zeitlich begrenzt. Innerlich, etwa als Tee, ist Beinwell tabu.

Wann ernte ich Heilkräuter für die beste Wirkung?

An einem trockenen Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist - dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Blätter erntet man meist kurz vor der Blüte, Blüten zu Beginn der Vollblüte, Wurzeln im Herbst. Anschließend luftig und schattig trocknen, denn Sonne zerstört die Wirkstoffe, und dunkel in geschlossenen Gefäßen lagern.

Ersetzen Heilkräuter den Arzt?

Nein. Gartenheilkräuter eignen sich für leichte Alltagsbeschwerden und als ergänzende Hausmittel, ersetzen aber keine ärztliche Behandlung. Bei anhaltenden oder ernsten Beschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern gehört die Anwendung ärztlich abgeklärt.

Weiterführend: Kräuter überwintern, Kräuter trocknen und konservieren.

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