Anbauplan teilt das Garten-Jahr in 4 Phasen: Vorzucht (Jan-März), Pflanzzeit (April-Juni), Hauptsaison (Juli-September), Nachsaison (Oktober-Dezember). Wärme-empfindliche Pflanzen erst nach Eisheiligen (15. Mai). Folge-Aussaaten alle 2-3 Wochen für kontinuierliche Ernte. Winter-Anbau ab August.
Monats-Plan
| Monat | Garten-Arbeiten |
|---|---|
| Januar | Anbauplan erstellen, Saatgut bestellen, Hochbeete vorbereiten |
| Februar | Vorzucht Tomaten, Paprika, Aubergine im Haus, Frühbeet vorbereiten |
| März | Frühe Aussaat Spinat, Radieschen, Karotten im Freiland (geschützt) |
| April | Salate pflanzen, Kohlrabi, Mangold, Erbsen aussäen |
| Mai | Eisheiligen abwarten, Tomaten/Paprika auspflanzen, Bohnen säen |
| Juni | Folge-Aussaat Salate, Kräuter pflanzen, Zucchini/Gurken |
| Juli | Ernten, Winter-Salate aussäen, Endivien pflanzen |
| August | Feldsalat, Winterspinat aussäen, Erdbeer-Stecklinge |
| September | Wintergemüse pflanzen, Lauch, Wirsing, Kürbis ernten |
| Oktober | Letzte Ernten, Beete für Winter vorbereiten, Gründüngung einarbeiten |
| November | Beete mulchen, Frostschutz, Winter-Lager kontrollieren |
| Dezember | Garten ruhen lassen, Planung für nächstes Jahr |

Das Gartenjahr in vier Phasen denken
Wer zum ersten Mal plant, verliert sich leicht in der Monatsliste. Hilfreicher ist, das Jahr in vier große Phasen zu sehen. Von Januar bis März läuft die Vorzucht: wärmebedürftige Arten wie Tomaten und Paprika werden auf der Fensterbank vorgezogen, während draußen noch nichts geht. April bis Juni ist die Pflanzzeit, in der die vorgezogenen Pflanzen und die Direktsaaten ins Beet kommen. Juli bis September ist die Hauptsaison mit der großen Ernte, und Oktober bis Dezember die Nachsaison, in der man Wintergemüse abdeckt und die Beete für das nächste Jahr vorbereitet.
Der zweite Gedanke, der den Ertrag verdoppelt: Ein Beet sollte fast nie leer stehen. Vor der Haupkultur passt eine schnelle Frühjahrskultur wie Radieschen oder Salat, nach ihr eine Herbst- oder Winterkultur. So trägt dieselbe Fläche drei Sätze pro Jahr - im Fachjargon Vor-, Haupt- und Nachkultur. Die Aussaat-Tabelle unten liefert dafür die konkreten Termine.
Aussaat-Tabelle
| Gemüse | Vorzucht/Direktsaat | Auspflanzen | Ernte |
|---|---|---|---|
| Tomaten | Februar-März | Mitte Mai | Juli-Oktober |
| Paprika | Januar-Februar | Mitte Mai | Juli-Oktober |
| Salat | März-September | April-Oktober | Mai-November |
| Karotten | Direktsaat März-Juli | - | Juni-November |
| Kohlrabi | März-Juni | April-Juli | Juni-Oktober |
| Zucchini | April | Mitte Mai | Juli-Oktober |
| Gurken | April | Mitte Mai | Juli-September |
| Bohnen | Direktsaat Mai-Juli | - | Juli-Oktober |
| Erbsen | Direktsaat März-April | - | Juni-Juli |
| Spinat | Direktsaat März-Sep. | - | Mai-November |
| Radieschen | Direktsaat März-Sep. | - | April-Oktober |
| Kartoffeln | März (vorkeimen) | April-Mai | Juli-Oktober |
Vor- und Nachkulturen
Mehrfach-Nutzung des Beets pro Saison:
- Frühjahr (März-Mai): Spinat, Radieschen, Salat, Asia-Salate (60 Tage).
- Hauptkultur (Mai-September): Tomaten, Paprika, Gurken, Kohl, Wurzelgemüse.
- Herbst-Nachkultur (September-November): Feldsalat, Spinat, Asia-Salate.
- Winter-Kultur (Oktober-März): Wirsing, Grünkohl, Lauch, Pastinaken.
Beispiel-Beet 2 m² über 1 Jahr:
- März-Mai: Radieschen + Salat-Reihen
- Mai-September: 2-3 Tomaten-Pflanzen (Hauptkultur)
- September-November: Feldsalat als Nachkultur
- November-März: Gründüngung oder Beet ruhen lassen
Die zwei Daten, um die sich alles dreht
So lang die Tabellen wirken - im Kern hängt das ganze Gartenjahr an zwei Terminen. Der erste sind die Eisheiligen Mitte Mai, traditionell die letzte Frostperiode. Vorher dürfen frostempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Paprika und Bohnen nicht ins Freiland, danach ist die Bahn frei. Der zweite ist der erste Herbstfrost im Oktober oder November, der die Saison der wärmeliebenden Kulturen beendet. Fast jeder Termin im Plan lässt sich relativ zu diesen beiden Ankern herleiten.
Ein wichtiger Vorbehalt: Die Eisheiligen sind eine alte Bauernregel und werden mit dem Klimawandel unzuverlässiger - in milden Regionen ist es oft schon Anfang Mai sicher, in rauen Lagen kann es auch später noch Frost geben. Verlässlicher als der Kalender ist deshalb die Bodentemperatur. Erst wenn der Boden konstant 8 bis 10 Grad erreicht, keimt Direktsaat zügig; darunter verfaulen die Samen eher, als dass sie auflaufen. Ein einfaches Bodenthermometer ist im Frühjahr der bessere Ratgeber als jedes Datum.
Merksatz für die Planung: rückwärts vom letzten Frost im Mai und vom ersten Frost im Herbst denken, die Beete dazwischen mit Vor-, Haupt- und Nachkultur füllen - und im Zweifel die Bodentemperatur messen statt auf den Kalender zu schauen.
Häufige Fragen
Wann ist Aussaat im Freiland möglich?
Freiland-Aussaat ab Bodentemperatur 8-10°C, meist ab Mitte März für robuste Pflanzen (Spinat, Radieschen, Karotten, Erbsen). Wärme-bedürftige Pflanzen (Bohnen, Gurken, Zucchini) erst nach Eisheiligen (15. Mai). Hitze-empfindliche Salate auch im Sommer pflanzen. Im Frühjahr: Vlies-Schutz gegen Spätfröste empfohlen.
Was sind die Eisheiligen?
Eisheilige: 11.-15. Mai - traditionell letzte Frost-Periode. Mamertus (11.), Pankratius (12.), Servatius (13.), Bonifatius (14.), Kalte Sophie (15.). Bis dahin keine frost-empfindlichen Pflanzen (Tomaten, Paprika, Auberginen) ins Freiland. Klima-Wandel 2026: Eisheilige zunehmend unzuverlässig - in milderen Regionen schon Anfang Mai möglich.
Wie plane ich Folge-Aussaaten?
Folge-Aussaaten alle 2-3 Wochen für kontinuierliche Ernte: Salate alle 2 Wochen aussäen, Radieschen alle 3 Wochen, Spinat alle 2-3 Wochen, Buschbohnen alle 3 Wochen. Wichtig: 4-Jahres-Fruchtfolge beachten, gleiche Pflanzen-Familie nicht direkt hintereinander auf demselben Beet.
Welche Gemüse über Winter?
Winter-tolerante Gemüse: Feldsalat (sehr winterhart), Winterspinat, Wirsing, Rosenkohl, Grünkohl, Lauch, Winter-Steckzwiebel, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Topinambur. Aussaat August-September. Bei Frost mit Vlies abdecken. Ernten Oktober bis März/April. Versorgt mit frischen Vitaminen im Winter.
Was tun bei verspäteter Aussaat?
Bei verspäteter Aussaat: Schnellwachsende Sorten wählen (Radieschen 4 Wochen, Salat 6 Wochen, Spinat 6 Wochen). Jungpflanzen kaufen statt selbst ziehen. Sommer-Sorten durch Herbst-Sorten ersetzen (Späte Tomaten durch Mini-Tomaten, große Kohl-Köpfe durch Kohlrabi). Folientunnel oder Frühbeet beschleunigt Wachstum um 2-4 Wochen.
Wie groß muss der Gemüsegarten?
Gemüsegarten-Größe: 30-50 m² für Salate und Kräuter eines 2-Personen-Haushalts. 80-120 m² für vollständige Selbstversorgung mit Sommergemüse. 200+ m² für Winter-Lagerung und Vorrats-Anbau. Hochbeet 4-6 m² als Einstieg ausreichend für Hobby-Anbau und Familien-Zukauf-Reduzierung.
Weiterführend: Unser Thema: Gemüsegarten, Tomaten anbauen, Mischkultur.
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