Geranien vor dem ersten stärkeren Frost einräumen (ab etwa -5 °C gefährdet), bei 5 bis 10 °C überwintern - hell ist optimal, dunkel geht, wenn es kühl genug ist. Für die dunkle Überwinterung auf 10 bis 15 cm mit zwei bis drei Knoten zurückschneiden. Kaum gießen, trocken halten. Ende Februar Feinschnitt und frische Erde, nach den Eisheiligen wieder hinaus. Am zuverlässigsten sind Stecklinge im September.
Geranie ist eigentlich Pelargonie
Was auf Balkonen und Fensterbänken als Geranie blüht, heißt botanisch Pelargonium und stammt aus dem südlichen Afrika. Dort wachsen die Pflanzen mehrjährig, halb verholzt. Frost kennen sie nicht. Die echte Gattung Geranium - die Storchschnäbel - sind dagegen winterharte Stauden, die im Beet bleiben. Die Verwechslung ist alt und hartnäckig, für die Überwinterung aber entscheidend: Storchschnäbel brauchen keinen Winterschutz, Pelargonien müssen ins Haus.
Weil sie mehrjährig sind, lassen sie sich über Jahre halten. Nötig ist dafür nur eine Ruhephase, in der sie kühl stehen, wenig Wasser bekommen und ihren Stoffwechsel herunterfahren.
Wann die Geranien hinein müssen
Geranien sind zäher, als ihr Ruf ist. Nächtlichen Raureif vertragen sie, ab etwa -5 °C wird es kritisch (Ökotest). Wer sie schon Anfang Oktober abräumt, verschenkt also einige Blütenwochen. Spätestens wenn Dauerfrost droht, meist Ende Oktober oder Anfang November, kommen sie herein.
Vorher jede Pflanze ansehen. Kranke, faulige oder von Schädlingen befallene Exemplare gehören nicht ins Winterquartier, wo sie die anderen anstecken. Der Chicago Botanic Garden rät ausdrücklich, Problempflanzen draußen zu lassen (Chicago Botanic Garden).
Vier Methoden im Vergleich
| Methode | Ort | Rückschnitt | Platzbedarf | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Hell im Topf | kühles, helles Zimmer, Treppenhaus, Wintergarten | kaum nötig, nur Blüten und welke Blätter entfernen | hoch | Pflanze bleibt grün, startet im Frühjahr am schnellsten |
| Dunkel im Topf | Keller, Garage, Dachboden bei 5 bis 10 °C | auf 10 bis 15 cm, Blätter größtenteils ab | mittel | zuverlässig, wenn der Raum wirklich kühl ist |
| Wurzelnackt | kühler, dunkler Raum, Kiste oder aufgehängt | stark, alle Blätter ab, Erde abschütteln | sehr gering | platzsparend, aber mehr Ausfälle als im Topf |
| Stecklinge | helle, warme Fensterbank, später kühler | Mutterpflanze kann entsorgt werden | gering | gilt als zuverlässigste Methode, junge, kompakte Pflanzen |
Welche Methode passt, entscheidet vor allem der verfügbare Raum. Wer ein helles, kühles Zimmer oder einen unbeheizten Wintergarten hat, nimmt die Pflanzen im Topf mit und spart sich den Rückschnitt. Wer nur einen Keller hat, schneidet zurück. Wer zwanzig Balkonkästen, aber keinen Platz hat, überwintert wurzelnackt oder zieht Stecklinge.
Hell oder dunkel: die Regel, die alles entscheidet
Ideal sind 5 bis 10 °C. Beide Varianten funktionieren, hell ist die bessere. Die Faustregel lautet: Je weniger Licht, desto kühler muss der Standort sein. Im warmen, dunklen Raum versucht die Pflanze weiterzuwachsen, findet aber kein Licht dafür. Sie bildet Geiltriebe - lange, dünne, hellgrüne Triebe, die nie blühen und Kraft kosten. Dasselbe passiert umgekehrt bei viel Licht und großer Kälte.
Für die helle Überwinterung bleiben die Pflanzen im Topf oder Kasten, nur Blüten und welke Blätter kommen ab. Für die dunkle Überwinterung werden die Triebe auf 10 bis 15 Zentimeter eingekürzt, sodass an jedem Trieb noch zwei bis drei verdickte Knoten stehen. Den Großteil der Blätter und alle Blütenstände entfernen. Aus diesen Knoten treibt die Pflanze im Frühjahr wieder aus.
Das Thermometer ist wichtiger als der Raum. Ein heller Kellerraum bei 7 °C ist besser als ein dunkler bei 15 °C - und ein Heizungskeller ist fast immer zu warm.
Wurzelnackt: die platzsparende Variante
Für große Mengen gibt es zwei alte Methoden, die fast keinen Platz brauchen. Bei beiden wird die Pflanze ausgetopft, die lockere Erde vorsichtig abgeschüttelt und die Triebe stark zurückgeschnitten, alle Blätter kommen ab.
- In Zeitungspapier: jede Pflanze einzeln einwickeln, dabei die feinen Wurzelhärchen schonen, und nebeneinander in eine Kiste stellen. Die Kiste kommt in einen kühlen Raum.
- Kopfüber im Beutel: den Wurzelballen in einen Gefrierbeutel mit Luftlöchern packen, verschließen und die Pflanze kopfüber in einem kühlen, dunklen Raum aufhängen. Gießen ist nicht nötig.
Der Preis für die Platzersparnis: Mehr Pflanzen trocknen ein oder faulen als bei der Überwinterung im Topf. Wer so überwintert, prüft die Pakete alle paar Wochen und sortiert schimmelnde Exemplare aus. Im März kommen die Pflanzen in frische Erde.
Stecklinge: die zuverlässigste Methode
Der Chicago Botanic Garden nennt Stecklinge die zuverlässigste Art, Pelargonien über den Winter zu bringen. Die Mutterpflanze kann danach auf den Kompost.
Geschnitten wird im September, solange die Pflanzen noch draußen in Saft stehen. Etwa 10 Zentimeter lange Triebspitzen von Trieben ohne Blüten abschneiden und alle Blätter bis auf die beiden jüngsten Herzblätter entfernen. Bewurzelungshormon ist bei Pelargonien nicht nötig. Die Stecklinge kommen in Aussaaterde auf eine helle, warme Fensterbank und werden mäßig feucht gehalten. Haben sie Wurzeln und neue Blätter gebildet, ziehen sie an einen kühleren Platz um. Im Frühjahr werden sie in größere Töpfe gesetzt und nach den Eisheiligen ausgepflanzt.
Der Vorteil: Aus einer großen Pflanze werden mehrere kleine, kompakte, die auf der Fensterbank kaum Platz brauchen. Die Sorte bleibt erhalten - bei Lieblingsfarben oder geschenkten Pflanzen ein echtes Argument.
Gießen und Schimmel
Im Winterquartier brauchen Geranien kaum Wasser. Ein kleiner Schluck, wenn die Erde ganz trocken ist, reicht. Die Luft sollte trocken sein, denn bei hoher Luftfeuchte bildet sich Schimmel. Typisch ist Grauschimmel: faulige Stellen mit grauem, staubigem Belag an Trieben und Stängelbasis. Befallene Teile sofort abschneiden, die Pflanze trockener halten und den Raum lüften. Staunässe vertragen Pelargonien gar nicht, darauf weist auch die Pflegeanleitung von Hornbach Österreich hin.
Fahrplan von September bis Mai
| Zeitpunkt | Was tun |
|---|---|
| September | Stecklinge schneiden, falls diese Methode gewählt wird |
| Ende Oktober bis Anfang November | vor dem ersten stärkeren Frost einräumen; Raureif schadet noch nicht |
| Beim Einräumen | zurückschneiden (außer bei heller Überwinterung), Blütenstände und kranke Teile entfernen |
| November bis Februar | 5 bis 10 °C, kaum gießen, trockene Luft, gelegentlich auf Schimmel prüfen |
| Ende Februar | Feinschnitt, umtopfen in frische Erde |
| März und April | Geiltriebe entfernen, hell und wärmer stellen, langsam mehr gießen |
| ab Mitte Mai | nach den Eisheiligen zurück auf Balkon und Terrasse |
Der Feinschnitt Ende Februar formt die Pflanze: Alle Triebe werden noch einmal eingekürzt, Geiltriebe entfernt. Danach in frische Balkonblumenerde umtopfen, an ein helles Fenster stellen und nach und nach mehr gießen. Die Pflanzen gewöhnen sich so an Licht und Wärme, bevor sie nach den Eisheiligen Mitte Mai wieder ins Freie dürfen.
Häufige Fragen
Wie viel Frost vertragen Geranien?
Raureif in einzelnen Nächten stecken sie weg, ab etwa -5 °C sind sie gefährdet. Geranien werden deshalb vor dem ersten stärkeren Frost eingeräumt, in vielen Regionen Ende Oktober oder Anfang November. Wer früher einräumt, verschenkt Blütenwochen im Herbst.
Kann man Geranien im dunklen Keller überwintern?
Ja, wenn der Keller kühl ist, ideal 5 bis 10 °C. Je weniger Licht, desto kühler muss es sein. In einem warmen, dunklen Heizungskeller treiben die Pflanzen lange, bleiche Triebe und erschöpfen sich. Für die dunkle Überwinterung werden sie vorher auf 10 bis 15 Zentimeter zurückgeschnitten und die meisten Blätter entfernt.
Wie oft muss ich Geranien im Winter gießen?
Kaum. Im kühlen Quartier reicht ein kleiner Schluck, wenn die Erde ganz trocken ist, bei wurzelnackter Überwinterung gar kein Wasser. Zu viel Feuchtigkeit ist im Winter die häufigste Todesursache: Die Wurzeln faulen, an den Trieben bildet sich Grauschimmel.
Was sind Geiltriebe und was mache ich damit?
Lange, dünne, hellgrüne Triebe, die im Winterquartier entstehen, wenn Licht und Temperatur nicht zusammenpassen - zu warm bei zu wenig Licht oder zu hell bei zu viel Kälte. Sie blühen nicht und kosten die Pflanze Kraft. Im Februar oder März werden sie abgeschnitten.
Sind Geranien und Storchschnabel dasselbe?
Nein. Die Balkongeranien gehören botanisch zur Gattung Pelargonium und stammen aus dem südlichen Afrika - sie sind nicht winterhart. Die Gattung Geranium umfasst die Storchschnäbel, winterharte Stauden, die im Beet bleiben. Beide gehören zur selben Pflanzenfamilie, wurden aber früher zusammengefasst, daher die Namensverwirrung.
Lohnt sich das Überwintern überhaupt?
Bei Lieblingssorten, besonderen Farben und großen, alten Pflanzen ja. Wer ohnehin jedes Jahr neue Farben möchte oder keinen kühlen Raum hat, kauft im Mai frisch. Ein Kompromiss sind Stecklinge: Sie brauchen wenig Platz und erhalten die Sorte.
Weiterführend: Dahlien überwintern, Oleander überwintern, Gartenarbeiten im Oktober.
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