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Regenwasser-Tank-Vergleich: von der Tonne bis zur Zisterne
Vergleich

Regenwasser-Tank-Vergleich: von der Tonne bis zur Zisterne

Welcher Regenwasserspeicher passt? Tonne, IBC, Erd- und Beton-Zisterne im Vergleich - mit der Formel für den Ertrag, der richtigen Größe und warum Regenwasser für viele Pflanzen besser ist.

Stand: 15. Juni 202611 Min
Kurzantwort

Für Beete reicht eine Tonne oder ein IBC-Container für unter 200 €. Soll Regenwasser auch ins Haus, braucht es eine Erdzisterne. Sammelbar sind je Quadratmeter Dach rund 500 bis 650 Liter im Jahr. Die richtige Größe richtet sich nicht nach der Jahresmenge, sondern nach der Trockenphase, die der Tank überbrücken soll - meist 3.000 bis 5.000 Liter.

Warum sich Regenwasser lohnt

Regenwasser ist gratis, im Sommer knapp und für Pflanzen oft besser als Leitungswasser. Es ist von Natur aus weich und kalkfrei - ein Segen für kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendron, Azaleen, Heidelbeeren und Hortensien, die unter hartem Leitungswasser mit der Zeit vergilben. Dazu kommt der finanzielle Effekt: Jeder gesammelte Kubikmeter spart Trinkwasserkosten, und mit eigenem Gartenwasserzähler oft auch Abwassergebühren.

Wie viel lässt sich sammeln?

Die Menge folgt einer einfachen Formel: Dachfläche × Jahresniederschlag × Ertragsbeiwert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz fallen meist 700 bis 800 Liter pro Quadratmeter und Jahr, und ein Ziegeldach gibt davon nach Abzug von Verdunstung und Filterverlusten etwa 80 Prozent ab (Ertragsbeiwert 0,8 nach DIN 1989, Regenwasseragentur Berlin). Real kommen so 500 bis 650 Liter je Quadratmeter Dach im Jahr an.

Ein 120-m²-Dach liefert damit rund 60 bis 75 Kubikmeter im Jahr - weit mehr, als ein normaler Garten verbraucht. Die Kunst ist nicht das Sammeln, sondern das Speichern über die Trockenzeit.

Genau hier liegt der Denkfehler vieler: Regen fällt im Winter im Überfluss, im trockenen Hochsommer aber kaum - und dann braucht der Garten das meiste Wasser. Die Tankgröße bemisst sich deshalb nicht an der Jahresmenge, sondern an der Trockenphase, die überbrückt werden soll. Vier bis sechs Wochen sind ein guter Richtwert.

Die Speicher im Vergleich

TypEinsatzPreisEinbau
Regentonne 200-500 lgelegentliche Beet-Bewässerung30-150 €sofort, ohne Aufwand
IBC-Container 1.000 lmehrere Tage Beet und Hochbeet80-200 € (gebraucht)eine Stunde, oberirdisch
Flach-Erdtank 3.000-5.000 lGarten plus WC und Waschmaschine1.500-3.500 € plus EinbauBagger, etwa 1 Tag
Zisterne 5.000-10.000 lumfassende Garten- und Hausnutzung3.500-7.000 € plus EinbauBagger, 1-2 Tage
Beton-Zisterne ab 10.000 lgroße Grundstücke, lange Autarkieab 6.000 € plus EinbauBauwerk

Die Grundsatzentscheidung ist einfach: Geht es nur um den Garten, reichen oberirdische Tonnen oder ein günstiger IBC-Container, die man jederzeit aufstellen und koppeln kann. Soll Regenwasser auch das Haus versorgen, lohnt nur die fest verlegte Erdzisterne mit Pumpe und Filter - dafür dann dauerhaft und frostsicher.

Welche Größe für welchen Garten

GartenEmpfohlene GrößeBegründung
100-300 m² Garten1.000-3.000 ldeckt Beete und Hochbeete ab
300-600 m² mit Rasen3.000-5.000 lauch Rasen versorgt, Reserve für Trockenphasen
600-1.000 m² mit Pool5.000-8.000 lPool-Nachfüllung und Hitzewellen-Reserve
über 1.000 m²8.000-15.000 lmehrwöchige Autarkie auch im Sommer

Mehrere Tonnen lassen sich über ein Verbindungsrohr koppeln und auch nachträglich erweitern. Eine Förderung gibt es vielerorts: Viele Kommunen bezuschussen Erdtanks, die Höhe ist aber regional sehr verschieden - vor dem Kauf bei Stadt oder Wasserversorger nachfragen.

Häufige Fragen

Wie viel Regenwasser kann ich überhaupt sammeln?

Die Faustformel lautet: Dachfläche in m² mal Jahresniederschlag (in DACH meist 700-800 l/m²) mal Ertragsbeiwert. Für ein Ziegeldach liegt der Beiwert bei etwa 0,8, sodass je Quadratmeter Dach realistisch 500 bis 650 Liter im Jahr ankommen. Ein 120-m²-Dach liefert so rund 60 bis 75 Kubikmeter pro Jahr - mehr als die meisten Gärten brauchen.

Welche Tankgröße ist sinnvoll?

Nicht die Jahresmenge entscheidet, sondern die Trockenphase, die der Tank überbrücken soll. Regen fällt im Winter reichlich, im trockenen Sommer kaum - genau dann braucht der Garten Wasser. Ein Tank, der vier bis sechs Wochen Trockenheit puffert, ist meist richtig dimensioniert. Für einen mittleren Garten sind das 3.000 bis 5.000 Liter.

Lohnt sich eine teure Erdzisterne oder reicht die Tonne?

Das hängt vom Ziel ab. Wer nur Beete gießt, fährt mit Tonnen oder einem IBC-Container für unter 200 € bestens. Sobald Regenwasser auch ins Haus soll - für WC und Waschmaschine -, führt kein Weg an einer fest installierten Erdzisterne mit Pumpe und Filter vorbei. Die rechnet sich über die gesparten Trink- und Abwassergebühren über viele Jahre.

Ist Regenwasser besser für Pflanzen als Leitungswasser?

Für viele ja. Regenwasser ist von Natur aus weich und kalkfrei - ideal für kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendron, Azaleen, Heidelbeeren und Hortensien, die unter hartem Leitungswasser auf Dauer leiden. Trinkbar ist es ohne aufwendige Aufbereitung allerdings nicht; erlaubt sind Garten, WC und Waschmaschine.

Was kostet eine komplette 5.000-Liter-Anlage?

Der Tank selbst kostet 1.800 bis 3.500 €, Pumpe, Filter, Überlauf und Steuerung weitere 500 bis 1.000 €, dazu die Erdarbeiten mit 1.500 bis 3.000 €. Unterm Strich landet man bei rund 4.000 bis 7.500 €, mit Hausanbindung etwas mehr. Viele Kommunen fördern Erdtanks mit einigen Hundert bis über 1.000 €.

Wie viel Wartung braucht ein Regenwassertank?

Wenig. Den Filter monatlich von Laub befreien, die Pumpe einmal im Jahr prüfen, den Tank alle paar Jahre reinigen. Oberirdische Tonnen müssen im Winter geleert werden, Erdtanks liegen frostsicher unter 80 cm Tiefe. Dunkle oder erdverlegte Behälter halten das Wasser durch Lichtschutz monatelang algenfrei.

Weiterführend: Regenwasser-Zisterne, Bewässerungssysteme im Vergleich, Trockenheits-Notfallplan.

gartenfeeling Redaktion

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