Gegen Blattläuse Florfliegen- oder Marienkäfer-Larven, gegen Buchsbaumzünsler Schlupfwespen, gegen Dickmaulrüssler Nematoden. Drei Regeln entscheiden über den Erfolg: Larven statt fertige Käfer kaufen, früh beim ersten Befall ausbringen und nicht gleichzeitig spritzen. Seriöse Bezugsquellen sind Sautter & Stepper, Re-Natur und der Nützlinge-Shop.
Welcher Nützling gegen welchen Schädling
| Nützling | Gegen | Hinweis |
|---|---|---|
| Florfliegen-Larven | Blattläuse, Spinnmilben, Thripse | sehr breit einsetzbar, Larven fliegen nicht weg |
| Marienkäfer-Larven (Adalia) | Blattläuse | Larven statt fertiger Käfer kaufen - die bleiben am Befall |
| Schlupfwespen (Trichogramma) | Buchsbaumzünsler, andere Schmetterlingsraupen | rechtzeitig vor dem Falterflug ausbringen |
| Raubmilben | Spinnmilben, Thripse | vor allem im Gewächshaus und an Zimmerpflanzen |
| Nematoden (HM-Stamm) | Dickmaulrüssler, Trauermücken, Engerlinge | nur in feuchten, über 12 °C warmen Boden gießen |
| Florfliegen-Eier | Vorrat für später | kühl lagerbar, schlüpfen zeitversetzt |
Die drei Regeln für den Erfolg
Ob der Nützlingseinsatz gelingt, entscheidet weniger der Shop als die Anwendung. Drei Punkte machen den Unterschied zwischen Erfolg und weggeworfenem Geld:
- Larven statt fertige Käfer. Ausgewachsene Marienkäfer fliegen oft sofort davon - die gefräßigen Larven bleiben am Befall und fressen, bis sie sich verpuppen.
- Früh ausbringen, nicht erst bei der Plage. Nützlinge brauchen Zeit, sich zu vermehren. Bei flächendeckendem Befall kommen sie nicht mehr hinterher - bei den ersten Läusen dagegen schon.
- Nicht gleichzeitig spritzen. Insektizide töten die Nützlinge mit. Das Konzept heißt nicht bekämpfen, sondern ein Räuber-Beute-Gleichgewicht aufbauen.
Am sichersten wirken Nützlinge im geschlossenen Raum - Gewächshaus, Wintergarten, an Zimmerpflanzen. Dort bleiben sie, wo man sie braucht. Im offenen Garten zählt langfristig mehr, heimische Nützlinge zu fördern, als sie zuzukaufen.
Seriöse Bezugsquellen
Nützlinge werden lebend und termingenau versandt, deshalb lohnt der Kauf bei spezialisierten Zuchtbetrieben statt bei beliebigen Online-Händlern. Etablierte deutsche Anbieter sind:
| Anbieter | Profil |
|---|---|
| Sautter & Stepper (nuetzlinge.de) | langjähriger Spezialist, Hobby- und Profi-Sortiment, Beratung |
| Re-Natur (re-natur.de) | breites Sortiment für den Hausgarten, Standard-Nützlinge |
| Nützlinge-Shop (nuetzlinge-shop.de) | breites Hobby-Sortiment, Online-Bestellung |
Eine herstellerunabhängige Übersicht der Bezugsquellen für Nützlinge führt das Julius-Kühn-Institut beziehungsweise das Julius Kühn-Institut. Achten Sie beim Bestellen auf einen Liefertermin, an dem Sie zu Hause sind - lebende Nützlinge sollten nicht tagelang im Paket warten.
Was kostet das?
Eine Packung kostet je nach Nützling und Fläche etwa 12 bis 50 €. Für einen Hausgarten von 100 bis 300 m² liegt der Saisonaufwand meist bei 30 bis 80 €, bei aktiver Bekämpfung über mehrere Generationen - etwa beim Buchsbaumzünsler - auch darüber. Das klingt nach viel, ist aber gegen den Verlust eines ganzen Buchsbestands oder einer Ernte gerechnet günstig - und schont Bienen und andere Insekten, die jedes Spritzmittel mitträfe.
Häufige Fragen
Soll ich Marienkäfer oder ihre Larven kaufen?
Die Larven. Fertige Marienkäfer fliegen nach dem Aussetzen oft einfach davon, bevor sie genug Blattläuse vertilgt haben. Die gefräßigen Larven dagegen bleiben am Befallsherd und fressen, bis sie sich verpuppen. Dasselbe gilt für Florfliegen: Die Larven, nicht die fertigen Insekten, sind die Blattlausjäger.
Wann bringe ich Nützlinge aus?
Bei den ersten Anzeichen von Befall, nicht erst bei der Massenplage. Nützlinge brauchen Zeit, sich zu vermehren und zu fressen - bei einer flächendeckenden Plage kommen sie nicht hinterher. Florfliegen werden ab etwa 15 °C aktiv, Marienkäfer ab 18 °C, Nematoden brauchen feuchten Boden über 12 °C. Schlupfwespen gegen den Buchsbaumzünsler setzt man rechtzeitig vor dem Falterflug ein.
Darf ich gleichzeitig spritzen?
Nein. Insektizide - auch viele biologische - töten die Nützlinge genauso wie die Schädlinge. Wer Nützlinge einsetzt, verzichtet auf Spritzmittel, sonst zahlt man für Tiere, die sofort sterben. Das ist der Kern des Konzepts: nicht bekämpfen, sondern ein Räuber-Beute-Gleichgewicht aufbauen.
Funktionieren Nützlinge im offenen Garten genauso wie im Gewächshaus?
Im geschlossenen Raum - Gewächshaus, Wintergarten, Zimmerpflanzen - am besten, weil die Nützlinge dort bleiben und sich der Erfolg sicher einstellt. Im offenen Garten wandern manche ab, hier zählt mehr das dauerhafte Fördern heimischer Nützlinge als der Zukauf. Florfliegen-Larven und Nematoden wirken aber auch im Freiland zuverlässig.
Gegen welche Schädlinge helfen Nützlinge nicht?
Gegen Schnecken, Wühlmäuse und große Schädlinge gibt es keine praktikablen Zukauf-Nützlinge. Schnecken hält man mit Barrieren, Absammeln oder Eisen-III-Phosphat in Schach, Wühlmäuse mit anderen Methoden. Stark sind Nützlinge gegen Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Trauermücken, Dickmaulrüssler und Buchsbaumzünsler.
Weiterführend: Nützlinge im Garten fördern, Biologischer Pflanzenschutz, Blattläuse biologisch bekämpfen.
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