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Bohnen und Erbsen anbauen: Stangen, Busch, Trocken-Sorten | gartenfeeling
Anleitung

Bohnen und Erbsen anbauen: Stangen, Busch, Trocken-Sorten

Hülsenfrüchtler binden Luft-Stickstoff und sind ideale Vorkultur für Starkzehrer. Diese Übersicht zeigt 8 Arten mit Anbau-Tipps und Lagerung.

Stand: 18. Juni 2026 10 Min von der gartenfeeling Redaktion
Kurzantwort

Bohnen ab Mitte Mai aussäen (warme Erde), Erbsen schon März-April (frosthart). Stangenbohnen 3x höherer Ertrag als Buschbohnen, brauchen Stützen 2-3 m. Hülsenfrüchtler binden Stickstoff - ideale Vorkultur für Starkzehrer. Rohe grüne Bohnen giftig - mindestens 10-15 Minuten kochen.

Arten und Sorten

SorteAussaatErnteHöheNotiz
Stangenbohnen (Phaseolus)Mai-JuliJuli-Oktober2-3 mhoher Ertrag, lange Saison
BuschbohnenMai-JuliJuli-September40-60 cmkompakt, Folge-Aussaat möglich
FeuerbohnenMaiAugust-Oktober2-3 mdekorativ mit roten Blüten
Dicke Bohnen (Vicia faba)März-AprilJuni-Juli80-120 cmfrosttolerant, früh
Erbsen MarkerbsenMärz-AprilJuni-Juli60-150 cmsüß, frisch verzehren
Zuckererbsen (Snow Pea)März-AprilJuni-Juli60-180 cmmit Schoten essbar
KichererbsenAprilAugust-September40-60 cmWärme-bedürftig
LinsenAprilAugust30-50 cmtrockenheits-tolerant

Erbsen lieben die Kühle, Bohnen die Wärme

Auch wenn beide in einen Artikel gehören - beim Aussaattermin könnten Erbsen und Bohnen kaum unterschiedlicher sein, und das ist der wichtigste Punkt für den Erfolg. Erbsen und Dicke Bohnen sind ausgesprochene Kältepflanzen: Sie vertragen leichten Frost und gehören schon im März oder April ins Beet. Sommerhitze mögen sie dagegen nicht, in der Mittagsglut leiden sie und werden anfällig für Mehltau.

Die echten Bohnen - Stangen-, Busch- und Feuerbohnen - sind genau das Gegenteil: frostempfindlich und auf warme Erde angewiesen. Unter etwa zwölf Grad Bodentemperatur keimen sie schlecht und faulen im kalten, nassen Boden eher, als dass sie auflaufen. Ihr frühester Termin sind die Eisheiligen Mitte Mai. Wer diese beiden Naturen verwechselt, macht den klassischen Fehler: Bohnen zu früh ausgesät verschwinden im Boden, Erbsen zu spät ausgesät verpassen ihr kühles Frühjahrsfenster.

Anbau

Bohnen (Mai-Juli)

  • Boden warm (mind. 12 °C) abwarten.
  • Aussaat-Tiefe 3-4 cm, Abstand 5-8 cm.
  • Stützen vor Aussaat aufstellen.
  • Pro Stange 4-6 Samen rundherum aussäen.
  • Boden feucht halten bis Keimung 7-14 Tage.

Erbsen (März-April)

  • Frühe Aussaat, sind frosttolerant.
  • Aussaat-Tiefe 3-5 cm, Reihen-Abstand 30-40 cm.
  • Stützen für höhere Sorten vorab anbringen.
  • Bei Trockenheit angießen.

Stickstoff-Bindung

  • Hülsenfrüchtler binden Luft-Stickstoff in Wurzelknöllchen.
  • Pro Saison 30-100 kg Stickstoff pro Hektar (3-10 g/m²).
  • Pflanzenreste nach Ernte ins Beet einarbeiten.
  • Folgekultur: Starkzehrer wie Tomaten, Kohl profitieren.
  • Bohnen-Saatgut mit Knöllchen-Bakterien impfen für besseren Ertrag.

Ernte und Lagerung

  • Frische grüne Bohnen: regelmäßig pflücken (alle 3-4 Tage), Kühlschrank 1 Woche.
  • Trocken-Bohnen: Schoten am Strauch reifen lassen, dann pflücken, dreschen.
  • Erbsen frisch: direkt nach Ernte verarbeiten (Süße verliert schnell).
  • Einfrieren: blanchieren 2-3 Minuten, dann einfrieren, 12 Monate.
  • Einkochen: grüne Bohnen oder Erbsen-Wurzelgemüse, 6-12 Monate.
  • Trockenbohnen: in trockenem Glas mit Schraubdeckel, jahrelang haltbar.

Wichtig: rohe grüne Bohnen sind giftig

Ein Punkt, den jeder Selbstversorger kennen muss: Rohe grüne Bohnen - Busch-, Stangen- und Feuerbohnen - sind giftig. Verantwortlich ist Phasin, ein Lektin, das die roten Blutkörperchen verklumpt und die Darmschleimhaut reizt. Schon fünf bis sechs rohe Bohnen können bei Kindern ernste Vergiftungserscheinungen auslösen; Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall treten typischerweise zwei bis drei Stunden nach dem Naschen auf. Gerade beim Ernten mit Kindern lohnt der ausdrückliche Hinweis, nicht roh zu probieren.

Die Entwarnung: Phasin wird durch Hitze zuverlässig zerstört. Mindestens 15 Minuten bei 90 bis 100 Grad kochen oder dünsten reicht aus - danach sind die Bohnen unbedenklich. Getrocknete Bohnen werden vorher acht bis zwölf Stunden eingeweicht, das Einweichwasser weggegossen und anschließend gut durchgekocht. Eine Ausnahme bilden Erbsen und Zuckerschoten: Sie enthalten kaum Phasin und dürfen roh genascht werden - der süße Snack direkt von der Ranke ist also gefahrlos.

Kurzregel: Erbsen roh okay, grüne Bohnen niemals roh. Wer grüne Bohnen mindestens eine Viertelstunde kocht, ist auf der sicheren Seite - das gilt auch für vermeintlich harmlose Kostproben beim Ernten.

Häufige Fragen

Stangenbohnen oder Buschbohnen?

Stangenbohnen: höherer Ertrag pro Quadratmeter (etwa 3x), längere Saison Juli-Oktober, brauchen Stütze (2-3 m). Buschbohnen: kompakt (40-60 cm), keine Stütze, kürzere Saison (etwa 4 Wochen Ernte), Folge-Aussaaten alle 3-4 Wochen für längere Saison möglich. Empfehlung: 70 % Stangenbohnen, 30 % Buschbohnen mit Folge-Aussaat.

Wann Bohnen aussäen?

Bohnen brauchen warme Erde (mind. 12 °C). Frühester Aussaat-Termin Mitte Mai (Eisheiligen abwarten), Optimum Ende Mai bis Anfang Juni. Vorzucht nicht nötig (oft schlechter als Direktsaat). Folge-Aussaaten Buschbohnen alle 3-4 Wochen bis Mitte Juli für Ernte bis Oktober. Bei Direkt-Aussaat 3-4 cm tief, 5-8 cm Abstand.

Wie hoch werden Stangenbohnen?

Stangenbohnen werden 2-3 Meter hoch, manche Sorten bis 4 Meter. Stütze: Bohnen-Stangen oder Gerüst mit Stangen-Spitz aus Bambus, Hasel oder Edelstahl. Schnur-Stütze auch möglich. Stangen 2,5-3 Meter über Boden, 30-40 cm im Boden für Standfestigkeit. Pro Stange 4-6 Bohnen, etwa 80 cm Stangen-Abstand.

Sind rohe Bohnen giftig?

Ja, rohe grüne Bohnen (Stangen-, Busch-, Feuerbohnen) enthalten Phasin - toxisch bis tödlich. Garzeit mindestens 10-15 Minuten kochen oder dünsten zerstört Toxin. Frische Erbsen können roh gegessen werden. Dicke Bohnen roh nur in jungen Stadien essbar. Trockene Bohnen 8-12 Stunden einweichen, Wasser abgießen, 45-60 Minuten kochen.

Wie binden Bohnen Stickstoff?

Hülsenfrüchtler (Leguminosen) leben in Symbiose mit Knöllchen-Bakterien (Rhizobium) an Wurzeln. Bakterien binden Luft-Stickstoff und geben ihn der Pflanze - Bohnen brauchen daher keinen Stickstoff-Dünger. Nach Ernte Pflanzenreste in Boden einarbeiten - zugesetzter Stickstoff verbessert Folge-Kultur. Bohnen sind ideale Vorkultur für Starkzehrer (Tomaten, Kohl).

Welche Erbsen für Anfänger?

Anfänger-tauglich: Zuckererbsen (Schoten mit-essbar, früh fertig 8 Wochen), Markerbsen (süß, klassisch), Buschbohnen (kompakt, keine Stütze). Vermeiden für Einstieg: Kichererbsen (wärme-bedürftig, lange Reifezeit), Trockenbohnen für Konservierung (Reifezeit, Dresch-Aufwand). Erbsen sehr robust, kommen mit Frost klar.

Weiterführend: Unser Thema: Gemüsegarten, Mischkultur, Fruchtfolge.

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