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Steingarten mit Findlingen, Polsterstauden und Splitt in voller Sonne
Anleitung

Steingarten anlegen: Aufbau, Drainage und alpine Pflanzen

Steingarten richtig anlegen: vollsonniger Standort, Drainageschicht 20-30 cm, Steine natürlich setzen und alpine Polsterstauden - mit Abgrenzung zum Schottergarten.

Stand: 8. Juni 202611 Min
Kurzantwort
  • Standort: vollsonnig, Süd bis Südwest, gern ein Hang
  • Aufbau: 20-30 cm Drainage aus Kies/Splitt, dann mageres durchlässiges Substrat
  • Steine natürlich setzen: ein Drittel eingraben, gleiche Gesteinsart
  • Pflanzen: alpine Polsterstauden, Hauswurz, Sedum - trockenheitsfest
  • Kein Schottergarten: dicht bepflanzt statt Schotter auf Vlies

Standort: je sonniger, desto besser

Der Steingarten ahmt die Hochgebirgslage nach: viel Sonne, magerer Boden, schnell abtrocknend. Ein vollsonniger Platz nach Süden oder Südwesten ist ideal, am besten mit leichtem Gefälle, damit das Wasser von selbst abläuft. Schattige, feuchte Lagen sind das Gegenteil dessen, was alpine Pflanzen brauchen.

Aufbau und Drainage - das A des Steingartens

Staunässe ist der sichere Tod alpiner Pflanzen. Deshalb steht und fällt der Steingarten mit der Drainage. Der Aufbau von unten nach oben:

  • Drainageschicht: 20-30 cm grober Kies, Splitt oder Schotter als Fundament.
  • Sandschicht: dünn, schließt die Hohlräume und trennt grob von fein.
  • Mageres Substrat: Gartenerde mit reichlich Sand und Splitt gemischt - keine fette Blumenerde.

Bei schwerem, undurchlässigem Untergrund lohnt es sich, vorher tiefer auszuheben und die Drainage entsprechend stärker anzulegen.

Polsterstauden und Hauswurz zwischen Steinen im Steingarten
Polsterstauden und Hauswurz besiedeln die Fugen zwischen den Steinen - trockenheitsfest und pflegearm.

Steine natürlich setzen

Damit der Steingarten nicht gewollt wirkt, helfen ein paar Regeln aus der Natur:

  • Eine Gesteinsart verwenden - ein Mix wirkt unruhig. Regionaler Stein passt am besten ins Bild.
  • Steine ein Drittel eingraben, nicht obenauf legen - so sehen sie gewachsen aus und liegen stabil.
  • Wenige große statt vieler kleiner Steine setzen Akzente. Schichtung in eine Richtung erinnert an natürliche Felsbänder.

Pflanzen für den Steingarten

Alle Steingartenpflanzen teilen drei Eigenschaften: sie vertragen volle Sonne, mageren Boden und Trockenheit. Eine Auswahl nach Gruppen:

GruppeArten
PolsterstaudenBlaukissen, Steinkraut, Polster-Phlox, Schleifenblume, Thymian
SukkulenteHauswurz (Sempervivum), Mauerpfeffer (Sedum) in vielen Sorten
Alpine KlassikerEnzian, Edelweiß, Alpennelke, Sonnenröschen, Glockenblume
ZwerggehölzeZwergwacholder, Zwerg-Rhododendron, Krummholz-Kiefer
GräserBlau-Schwingel, Bärenfellgras für Struktur und Bewegung

Steingarten ist kein Schottergarten

Wichtige Unterscheidung: Der bepflanzte Steingarten hat nichts mit dem Schottergarten zu tun, der als pflanzenlose Schotterfläche auf Unkrautvlies in Verruf geraten ist. Solche Flächen heizen auf, bieten keinem Tier Lebensraum und sind in mehreren Bundesländern inzwischen unzulässig. Wer es pflegeleicht mag, bleibt beim dicht bepflanzten Steingarten oder legt ein Kiesbeet an - beide leben, der Schottergarten nicht.

Pflege: fast von selbst

Ein eingewachsener Steingarten braucht kaum Zuwendung: nur in langer Trockenheit gießen, praktisch nicht düngen, gelegentlich Unkraut aus dem Splitt zupfen. Verblühte Polster nach der Blüte zurückschneiden hält sie dicht. Diese Pflegearmut passt gut zu Gärten im Klimawandel - mehr dazu im Ratgeber Garten im Klimawandel.

FAQ

Welcher Standort eignet sich für einen Steingarten?

Vollsonnig, idealerweise nach Süden oder Südwesten ausgerichtet. Alpine Pflanzen sind viel Sonne und Trockenheit gewöhnt und lieben die Wärme, die Steine speichern. Ein leichtes Gefälle oder ein Hang ist ideal, weil das Wasser von Natur aus abläuft.

Wie baut man einen Steingarten richtig auf?

Von unten nach oben: eine Drainageschicht aus grobem Kies, Splitt oder Schotter, 20-30 cm hoch; darüber eine dünne Sandschicht zum Abdichten; dann ein mageres, durchlässiges Substrat aus Erde und Splitt. Erst in dieses Bett kommen die großen Steine und zwischen sie die Pflanzen.

Welche Erde braucht ein Steingarten?

Mageres, durchlässiges Substrat - keine fette Blumenerde. Bewährt ist eine Mischung aus Gartenerde mit reichlich Sand und Splitt. Alpine Pflanzen vertragen keine Nässe an den Wurzeln und keine üppige Düngung, sie würden faulen oder vergeilen.

Welche Pflanzen passen in den Steingarten?

Polsterstauden wie Blaukissen, Steinkraut und Polster-Phlox, dazu Hauswurz und Mauerpfeffer, alpine Klassiker wie Enzian, Edelweiß und Sonnenröschen sowie Zwerggehölze. Alle haben gemeinsam: sie kommen mit wenig Wasser, magerem Boden und voller Sonne zurecht.

Was ist der Unterschied zwischen Steingarten und Schottergarten?

Ein Steingarten ist ein lebendiges, dicht bepflanztes Beet mit Steinen als Gestaltungselement. Ein Schottergarten ist eine fast pflanzenlose Schotterfläche auf Vlies - ökologisch wertlos und in mehreren Bundesländern inzwischen unzulässig. Wer Steine mag, legt einen bepflanzten Steingarten oder ein Kiesbeet an, keinen Schotter-Wüste.

Wie pflege ich einen Steingarten?

Sehr wenig: kaum gießen (nur in langen Trockenphasen), kaum düngen, gelegentlich Unkraut zupfen, das sich im Splitt ansiedelt. Verblühte Polster nach der Blüte zurückschneiden hält sie kompakt. Genau diese Pflegearmut macht den Steingarten so beliebt.

Weiterführend: Kiesbeet anlegen, Mediterraner Garten, Pflegeleichter Garten.

gartenfeeling Redaktion

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