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Gartenbauer oder Eigenleistung: 5 Gewerke im Kostenvergleich
Kostenfrage

Gartenbauer oder Eigenleistung: 5 Gewerke im Kostenvergleich

Selbst machen oder beauftragen? Pflastern, Pflanzung, Heckenschnitt, Rasen und Bewässerung mit realen Kosten - plus die zwei Posten, die die Rechnung verschieben: versteckte Eigenkosten und der Steuerabzug.

Stand: 13. Juni 202611 Min
Kurzantwort

Eigenleistung spart je nach Gewerk 30 bis 90 Prozent - am meisten bei wiederkehrenden Arbeiten wie Heckenschnitt und Mähen, am wenigsten bei einmaligen Bauten wie Pflastern. Zwei Posten verschieben die Rechnung: versteckte Eigenkosten (Gerätemiete, Zeit, Fehler) und der Steuerabzug nach § 35a, der nur beim Profi greift.

Fünf Gewerke im Kostenvergleich

GewerkProfiEigenleistungErsparnisSchwierigkeit
Terrasse pflastern, 25 m²1.500-3.500 €700-1.500 € Material + 30-50 Std30-40 %hoch, schwere körperliche Arbeit
Hecke pflanzen, 20 m500-1.500 €200-600 € + 8-15 Std40-60 %gering bis mittel
Heckenschnitt, 20 m, 2 m hoch150-300 € je Schnitt2-4 Std + einmalig Geräte80-90 % bei Mehrfachnutzungmittel
Rasen anlegen, 200 m²1.000-3.000 €300-800 € + 15-30 Std30-50 %mittel, körperlich
Bewässerung installieren1.500-4.000 €500-1.500 € + 20-40 Std50-65 %Tropf einfach, Versenkregner anspruchsvoll

Der Stundenverrechnungssatz eines Gartenbauers liegt meist zwischen 50 und 80 €. Das wirkt viel neben dem Tariflohn von rund 21 €, deckt aber Maschinen, Material, Versicherung und Gewinn - und vor allem Routine, die Arbeit schnell und fehlerfrei erledigt.

Die versteckten Kosten der Eigenleistung

Die Materialliste zeigt nur die halbe Wahrheit. Wer selbst baut, zahlt auch für Gerätemiete - eine Rüttelplatte fürs Pflastern kostet pro Tag, ein Container für Aushub und Bauschutt ebenso. Dazu kommen die eigene Zeit und das Risiko: Ein Fehler im Pflaster-Unterbau zeigt sich erst nach dem ersten Winter, und die Korrektur kostet mehr als der gesparte Profi-Lohn.

Der größte Unterschied steht in keiner Tabelle: Auf die eigene Arbeit gibt es keine Gewährleistung. Sackt die selbst verlegte Terrasse ab, trägt man den Schaden allein - beim Profi haftet der Betrieb.

Der Steuerabzug, den viele übersehen

Ein Posten verkleinert den Vorsprung der Eigenleistung deutlich: Über § 35a EStG lassen sich 20 Prozent der Arbeitskosten von Handwerker- und Gartenarbeiten am selbst genutzten Grundstück von der Steuer absetzen, bis zu 1.200 € pro Jahr. Wichtig ist, dass die Rechnung den Lohnanteil getrennt vom Material ausweist und per Überweisung bezahlt wird - Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an. Bei einem 1.500-€-Auftrag mit hohem Lohnanteil holt man so schnell ein paar Hundert Euro zurück. Das gilt nur beim Profi, nicht für die eigene Arbeit.

Wann sich was lohnt

GewerkEigenleistung empfehlenswert?
Pflasternnur mit Erfahrung und Fitness - Fehler im Unterbau rächen sich teuer
Pflanzunglohnt fast immer, der Profi-Aufpreis ist hier hoch
Heckenschnittklar lohnend, die Akku-Heckenschere ist nach 2-3 Jahren bezahlt
Rasen anlegenbei Aussaat ja, bei Rollrasen ist der Profi oft kaum teurer
BewässerungTropfschlauch selbst, Versenkregner mit Erdarbeiten lieber Profi

Die Linie verläuft klar: Wiederkehrende Pflegearbeiten macht man selbst, weil sich Werkzeug über die Jahre rechnet. Einmalige Bauten mit Maschinen-, Erd- und Statik-Aufwand überlässt man eher dem Profi - auch wegen Gewährleistung und Steuerabzug.

Häufige Fragen

Was kostet eine Stunde Gartenbauer?

Der Tariflohn eines gelernten Landschaftsgärtners liegt 2026 bei rund 21 €, der Stundenverrechnungssatz, den der Kunde zahlt, aber deutlich höher - meist zwischen 50 und 80 €. Der Unterschied deckt Material, Maschinen, Gemeinkosten, Versicherung und Gewinn des Betriebs. Diese Differenz ist normal und kein Aufschlag, den man wegverhandeln sollte.

Kann ich Gartenbauer-Arbeiten von der Steuer absetzen?

Ja, über § 35a EStG: 20 Prozent der Arbeitskosten von Handwerker- und Gartenarbeiten am selbst genutzten Grundstück sind absetzbar, maximal 1.200 € pro Jahr. Das gilt nur für den Lohnanteil, nicht fürs Material - die Rechnung muss beide getrennt ausweisen, und bezahlt werden muss per Überweisung, nicht bar. Dieser Abzug verkleinert den Vorsprung der Eigenleistung spürbar. Details klären Finanzamt oder Steuerberater.

Welche versteckten Kosten hat die Eigenleistung?

Mehr, als die reine Materialliste zeigt: Gerätemiete (Rüttelplatte, Vertikutierer), Container für Aushub und Bauschutt, die Anfahrt zum Baustoffhandel - und vor allem die eigene Zeit. Dazu das Risiko von Anfängerfehlern, die später teuer zu korrigieren sind. Anders als beim Profi gibt es auf die eigene Arbeit keine Gewährleistung.

Wie schätze ich den Zeitaufwand realistisch?

Faustregel: Was der Profi in einem Tag schafft, dauert in Eigenleistung oft das Doppelte bis Dreifache - er hat Routine, Maschinen und ein eingespieltes Team. Planen Sie großzügig und rechnen Sie etwa 50 Prozent mehr Zeit ein als zunächst gedacht. Sonst steht die halbfertige Terrasse über den ganzen Sommer.

Worauf achte ich bei der Profi-Beauftragung?

Holen Sie drei Angebote ein, die Preise schwanken leicht um 30 bis 50 Prozent. Vereinbaren Sie bei klar umrissenen Arbeiten einen Festpreis statt Abrechnung nach Stunden, klären Sie, wer das Material beschafft und dafür haftet, und prüfen Sie Referenzen. Eine schriftliche Leistungsbeschreibung beugt Streit über den Umfang vor.

Weiterführend: Was kostet ein Garten, Gartenarchitekt-Kosten, Pflasterarbeiten im Garten.

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