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Kompost: Was darf rein, was nicht - und warum die Mischung zählt
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Kompost: Was darf rein, was nicht - und warum die Mischung zählt

Die komplette Liste für den Komposthaufen: erlaubt, verboten und die Grauzonen - plus das C/N-Verhältnis, das erklärt, warum zu viel Rasenschnitt stinkt und reines Laub nicht verrottet.

Stand: 13. Juni 202610 Min
Kurzantwort

Auf den Kompost dürfen pflanzliche Küchen- und Gartenabfälle, etwas Papier und Mist von Pflanzenfressern. Nicht hinein gehören Fleisch, Gekochtes, Haustierkot, kranke Pflanzen, samentragendes und Wurzelunkraut sowie Plastik. Entscheidend ist die Mischung: grünes und braunes Material im richtigen Verhältnis, sonst stinkt oder stockt der Haufen.

Was in den Kompost darf

KategorieInhalt
KüchenabfälleObst- und Gemüsereste, Kaffeesatz mit Filter, Teebeutel ohne Plastik, zerkleinerte Eierschalen
GartenresteRasenschnitt (angetrocknet, dünn), Laub, gehäckselte Äste, abgeblühte Stauden, Unkraut ohne Samen
Papier (begrenzt)zerkleinertes Zeitungspapier, unbedruckter Karton, Eierkartons - als Struktur- und Kohlenstoffquelle
TierischesMist von Pflanzenfressern (Kaninchen, Pferd), Federn, Haare, Schafwolle
Sonstigeswenig Asche von unbehandeltem Holz, alte Topferde, Häckselgut

Was nicht hineingehört

KategorieGrund
Fleisch, Fisch, Knochenlocken Ratten und Maden an, faulen statt zu rotten
Gekochte und fette Speisenziehen Schädlinge an, verkleben den Kompost
Hunde- und KatzenkotKrankheitserreger wie Toxoplasmose können überleben
Kranke PflanzenPilzsporen (Mehltau, Kraut- und Braunfäule) überstehen die Rotte
Samentragendes UnkrautSamen keimen später im ganzen Beet
Wurzelunkraut (Giersch, Quecke)treibt aus Wurzelstücken im Kompost neu aus
Plastik, Glanzpapierverrottet nicht bzw. bringt Schadstoffe und Mikroplastik ein
Asche von behandeltem Holzenthält Schadstoffe aus Lacken und Holzschutz

Die Mischung macht's: das C/N-Verhältnis

Warum funktioniert das Schichten von Material überhaupt? Dahinter steckt das C/N-Verhältnis, also das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff. Die Kompost-Mikroben arbeiten am besten bei etwa 25 bis 30 Teilen Kohlenstoff auf einen Teil Stickstoff (gartenfreunde.de).

Grünes Material - Rasenschnitt, Küchenabfälle, frische Pflanzenreste - ist stickstoffreich und rottet schnell, kippt aber bei Überschuss in Fäulnis. Rasenschnitt allein hat nur ein Verhältnis von rund 12:1, also viel zu wenig Kohlenstoff. Braunes Material - Laub, Äste, Karton, Stroh - ist kohlenstoffreich, gibt Struktur und Luft, verrottet aber für sich allein kaum. Erst zusammen ergeben sie ein Verhältnis, das die Mikroben effizient zersetzen können.

Die einfache Faustregel: niemals dicke Lagen vom selben Material. Wer eine Schicht Rasenschnitt mit einer Schicht Laub oder Häckselgut abwechselt, hat das C/N-Verhältnis fast automatisch im Griff.

Wenn etwas schiefläuft

ProblemUrsacheLösung
Riecht faulig nach Ammoniakzu nass und zu viel Grünmaterial (anaerob)braunes Material und Struktur einmischen, umsetzen
Rottet kaum, bleibt trockenzu trocken oder zu grob, zu viel Braunmaterialgießen, häckseln, etwas Grünes oder Hornspäne zugeben
Ungeziefer und RattenFleisch, Gekochtes oder Brot im Kompostsolche Abfälle entfernen, nur Pflanzliches kompostieren
Vernässt, klebrige Klumpendicke Lagen frischer RasenschnittRasenschnitt antrocknen und nur dünn einstreuen

Vom Haufen zur fertigen Erde

Reifer Kompost ist dunkelbraun, krümelig und riecht angenehm nach Walderde - meist nach sechs bis zwölf Monaten. Schneller geht es mit gehäckseltem Material, gleichmäßiger Feuchte wie bei einem ausgewrungenen Schwamm und Umsetzen alle paar Wochen, das frische Luft in den Haufen bringt. Zum Schluss durch ein Sieb mit etwa 10 mm Maschen werfen; Grobes wandert zurück auf den nächsten Ansatz.

Häufige Fragen

Was bedeutet das C/N-Verhältnis beim Kompost?

Es beschreibt das Verhältnis von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff (N) im Material. Die Mikroorganismen arbeiten am besten bei etwa 25 bis 30 Teilen Kohlenstoff auf einen Teil Stickstoff. "Grünes" Material wie Rasenschnitt oder Küchenabfälle ist stickstoffreich (Rasenschnitt etwa 12:1), "braunes" wie Laub, Äste und Karton kohlenstoffreich. Mischt man beide, stimmt das Verhältnis - und genau deshalb funktioniert das Schichten.

Warum stinkt mein Kompost?

Fast immer, weil er zu nass ist und zu viel Grünmaterial enthält - vor allem dicke Lagen frischer Rasenschnitt. Dann läuft die Rotte ohne Sauerstoff (anaerob) und es riecht faulig. Die Lösung: trockenes, braunes Strukturmaterial einmischen und den Haufen umsetzen, damit wieder Luft hineinkommt.

Dürfen Zitrusschalen und Eierschalen auf den Kompost?

Ja, beide mit Einschränkung. Zitrusschalen verrotten langsam und sollten nur in Maßen und am besten von Bio-Früchten kommen, weil konventionelle oft gewachst und behandelt sind. Eierschalen liefern Kalk, zersetzen sich aber kaum sichtbar - sie wirken eher als langsamer Mineralzusatz, am besten zerkleinert.

Kann ich Unkraut kompostieren?

Unkraut vor der Samenreife ja, nach der Samenbildung nein - die Samen überstehen die Rotte und keimen später im Beet. Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke gehören gar nicht in den Hauskompost, weil sie aus Wurzelstücken neu austreiben. Beides besser in die Biotonne oder vorher gut antrocknen lassen.

Wann ist der Kompost fertig?

Reifer Kompost ist dunkelbraun, krümelig und riecht nach Walderde - meist nach 6 bis 12 Monaten. Wer schneller fertige Erde will, häckselt das Material, hält es gleichmäßig feucht wie einen ausgewrungenen Schwamm und setzt alle paar Wochen um. Zum Schluss durch ein Sieb mit etwa 10 mm Maschen werfen, Grobes kommt zurück auf den Haufen.

Weiterführend: Kompost anlegen Schritt für Schritt, Mulchen, Herbstlaub verwerten.

gartenfeeling Redaktion

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